
Natürlich war der M110 nebst der W123-Limousine, dem T-Modell und dem W123-Coupé auch in anderen Baureihen und Typen verbaut, wie dem W116 (280 S/SE/SEL), dem R/C107, dem W126 un dem G-Modell. Es gab diverseste Ausbaustufen unterhalb der Vergaser- und Einspritzermodelle, die unterschiedliche PS-Werte aufgrund unterschiedlicher Verdichtungen erzielten. Nichts destotrotz, charakteristisch für alle war, dass der 6-Zylinder erst ab höheren Drehzahlen so richtig sein wahres Ich zeigt, so ab 4000-4500 U/min Der laufruhige, aber markant tickernde 280er (w/der Schlepphebelkonstr.) ist einer der langlebigsten Benziner aus dem Hause Daimler-Benz - Laufleistungen weit über 250000km, bis hin zu 500000km waren/sind keine seltenheit, ja fast Alltag. Aber einige Dinge sind über ihn zu wissen und zu beachten: Der Zylinderblock ist aus Grauguß, solide und wartungsfrei. Allerdings kann der hintere Simmering der Kurbelwelle aushärten und wir undicht; zur Reparatur ist der Motorausbau nötig. Lange Standzeiten mag der M110 überhaupt nicht. Vier wesentliche Bauteile bilden den M110: das Kurbelwellengehäuse, dem Zylinderkopf, Nockenwellenkasten und dem Ventildeckel und dies ist ein Schwachpunkt am M110, da hier in den meisten Fällen eine Undichtigkeit auftritt. Ein absolut sinnvoller Wartungsschritt ist die Erneuerung der Ventilschaftabdichtung um ca. 200tkm - regelmäßige Ventileeinstellung und Oelwechsel muss ich nicht erwähnen ;-) Den Einspritzerversionen (dem E110 wurde erst die BOSCH D-Jetronic, später die K-Jetronic gegönnt) kommt der Vergaser (Solex 4A1) natürlich nicht hinterher - ein V110 bringt 23mkg bei 4000U/min, der E110 bringt 24,3 bei 4000 U/min. Die Vergaser waren eigentlich nicht schlecht, reagierten nur verbrauchsfreudiger auf den Gasfuß und gute Werkstätten, die ggf. eine gebrochene Vergasernadel diagnostizieren können/konnten sind/waren leider selten. Der M110 ist was Souveränität, Laufkultur und Leistung angeht, trotzdem Geschmackssache. Immer wird einen die kernige Akustig (aber wohliger als vom M102) und die Vorgabe hochtourig zu fahren, begleiten. Optisch ist er jedoch das schönste was Daimler-Benz in der Zeit für den W123 hergestellt hat - mit seinem glänzenden Ventildeckel aus Aluminium, der dank seiner zwei Brücken klar die beiden darunter liegenden Nockenwellen zeichnet, die feinen längslaufenden Rippen darauf - es ist ein optisches Spiel aus verhältnismäßiger Wuchtigkeit und Leichtigkeit. Für mich kommt keiner, der dem Charme des W123 erliegt, an dem M110 vorbei. Euer Flojo |
![]() ![]() |
|
- gepanzerte Ventile - V-förmig angeordnet - halbkugelförmiger Brennraum - Auslassventile mit Natrium gefüllt - siebenfach gelagerte Kurbelwelle - 12 Gegengewichte - ein Zwei-Massen-Schwingungsdämpfer - Pleulstangen mit Kolbenbolzen-Druckschmierung - Oelspritze zur Kolbenbodenkühlung |
- Leichtmetallkoben mit 2 Kompressions- und einem Oelabstreifring - siebenfach gelagerte Einlaßnockenwelle - achtfach gelagerte Auslaßnockenwelle - Nockenlaufbahn mit Intermittierschmierung - Duplexkettenantrieb der Nockenwellen - elfflügeliger Kunststoff-Lüfter mit Magnetkupplung - mechanisch gesteuerte Einspritzung (BOSCH K-Jetronic) - Luftmengenmessung nach dem Schwebekörperprinzip |


























